Fachtag zum Thema „Sehen im Alter“

Als Symbol für Zusammenarbeit halten die Organisatoren ein Netz hoch.
Bild: Stadt Ulm / Stadtarchiv Frau Wollinsky

Die Stadt Ulm, der Landkreis Neu-Ulm und das Landratsamt Alb-Donau-Kreis veranstalteten mit dem Blinden- und Sehbehinderten-Verband Württemberg (BSVW) im Juli den ersten länderübergreifenden Fachtag zum Thema „Selbstständig bleiben – trotz Sehverlust im Alter“. Mit dem Fachtag wolle die Stadt helfen, das Thema in der Öffentlichkeit und bei politischen Entscheidungsträgern bekannt zu machen, erklärte Iris Mann, Bürgermeisterin der Stadt Ulm.

Angelika Moser, Vorsitzende des BSVW, erinnerte daran, dass besonders die Augenkrankheiten Makuladegeneration, Glaukom und Diabetische Retinopathie zu Volkskrankheiten geworden seien. Sabine Backmund, ebenfalls vom BSVW, informierte über den Beratungsdienst „Blickpunkt Auge“ des Verbands sowie vergrößernde und akustische Hilfsmittel für die häusliche Versorgung im Hinblick auf eine selbstständige Lebensführung trotz Seheinschränkung.

Christian Seuß ergänzte die Vortragsrunde mit einem Blick auf „Sehverlust im Alter aus Sicht der Selbsthilfe – politische Anliegen und Netzwerkarbeit auf allen Ebenen“. Als Koordinator des bundesweiten Aktionsbündnisses „Sehen im Alter“ verwies er auf den demografischen Wandel und bezeichnete Sehverlust im Alter als „signifikantes Altersrisiko“. Die Vernetzung der verschiedenen Fachdisziplinen rund um Alter und Auge ist Seuß ein wichtiges Anliegen. Das Aktionsbündnis verabschiedete vor drei Jahren die „Bonner Erklärung“ mit dem Ziel, Sehverlust zu verhindern und Menschen mit Sehbeeinträchtigungen optimale Unterstützung zu sichern. Seuß überreichte Iris Mann sowie den Vertretern des Landkreises Neu-Ulm und des Alb-Donau-Kreises jeweils eine symbolische Bonner Erklärung.

Prof. Dr. Focke Ziemssen, Oberarzt am Universitätsklinikum Tübingen, erläuterte in seinem Vortrag verständlich altersbedingte Sehbeeinträchtigungen. Er betonte die Wichtigkeit einer guten Beleuchtung für ältere Menschen und warb für regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sowie eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Verzicht auf das Rauchen.

Mehr Infos zu „Sehen im Alter“ bei Sabine Backmund (BSVW), Tel: 07 11 / 2 10 60 22

(Aus: Sichtweisen 09/2018)